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Feuerlöschwesen bzw. Brandbekämpfung

 Die Hochfürstliche Regierungsverordnung, die Feuer- und Löschanstalten betreffend vom 10. April 1808 dürfte Anlass gewesen sein, das Feuerlöschwesen zu organisieren. „§ 53. Nebst dem, dass in den Häusern überall Wasser in Vorrat und die Brunnen in gutem Stande zu bewahren sind, soll auch jeder Ort, oder jedes Gericht bedacht sein, sich nach seinen Mitteln sowohl mit großen wohlbeschaffenen Feuerspritzen, als mit dergleichen Hand- oder Tragspritzen, Feuerhaken, großen Wasserkufen oder Wannen und Feuereimern in hinlänglicher Art zu versehen“.  schild1


Vereinbart wurde, in der Vogtei Hohenfels zwei Spritzengemeinschaften zu bilden. Den drei oberen Gemeinden Kalkofen, Selgetsweiler und Oberndorf wurde am 3.4.1830 die alte Feuerspritze um 150 fl. übergeben.

 

 schild2  Die Gemeinden Liggersdorf, Mindersdorf und Deutwang bildeten 1829 die „untere Spritzengemeinschaft” um eine neue Feuerspritze der Firma Georg Storz, Tuttlingen, zum Preis von 470 fl. zu beschaffen. Als Standort wurde Mindersdorf mit Spritzenmeister Andrä Vögtle, Mindersdorf, bestimmt. Die jährlichen Kosten wurden von diesen Orten jeweils gemeinsam getragen. Einmaliger Beitrag der Heiligenpflege 50 fl., Bau eines Spritzenhauses, Kosten 120 fl.
Einsätze sind vermerkt, bereits 1829 am 15. September zu einem Brand nach Sauldorf gefahren.


Vereinbart wurde 1831:

„Verzeichnis über Feuer- und Löschanstalten in der Gemeinde Liggersdorf, verabredet durch die Gemeindebürger daselbst, wie folgt:

  1. Derjenige der das Fuhrwerk an der Feuerspritze leistet, hat unter einer Stund 30 Kreuzer, von einer Stund an 40 Kreuzer und von 1½ Stund 1 fl., sollte man über 1 ½ Stund fahren müssen, so ist je Pferd 1 fl. 30 zu bezahlen.
  2. Ist jedem Fuhrmann 12 Kreuzer Triebgeld zu bezahlen.
  3. Derjenige, der zuerst mit den Pferden auf dem Platz beim Spritzenhaus ist, hat das Recht in die Spritzen einzuspannen.
  4. Der Feuerwagen ist mit zwei Pferden zu führen und hat den nämlichen Lohn, vom Pferd wie bei der Spritzen. Der erste, der auf dem Platz sich mit zwei Pferden und Wagen einfindet, ist Fuhrmann.
  5. Der jüngste Bauer ist Feuerreiter, im Fall er sein Pferd nicht zu Haus hätte, so hat ein anderer auf Anordnung der Ortsvorsteher die Stelle zu leisten und hat den nämlichen Lohn wie oben.
  6. Als Spritzenmeister sind aufgestellt Xaver Schmid und Johann Benkler alt und haben bei Spritzen den Einsatz zu leiten.
  7. Für Spritzen besorgen und Einschmieren haben die Spritzenmeister jährlich 2 fl.
  8. Als Rottenmeister zur ersten Rotte ist Jakob Bauer aufgestellt und gehören alle von 12 Jahren bis 40 Jahren darunter.
  9. Zur zweiten Rotte ist Thadä Benkler aufgestellt. Anno 1831 - 35„. „Bey der unter heutigem Tado statt gehabtem Gemeindeversammlung wurde verabredet, dass die sechs vorhandenen Wasserbutten bei einer Feuersbrunst von der Seldnerschaft nach der Feuerordnung getragen werden müssen und bei der ersten Feuersbrunst haben zu tragen: Johann Wildmanns Wtw., Magnus Freudemann, Fidel Haug, Xaver Kerle, Thade Benkler, zweiter Rottenmeister darf keine Butten tragen, Jakob Sigmund und Damian Vogler. Liggersdorf, den 6. Dezember 1838, Schultheiss Keller“.


Der Gemeinderat legte 1843 fest:
„Bei Entstehung einer Feuersbrunst haben bei Spritzen-Ausfahrt zu erscheinen und sind bestellt:

  1. Xaver Schmid und Johann Benkler alt, als Spritzenmeister.
  1. Zum Spritzengumben haben zu stellen: Namen der 1. und 2. Rotte. Gesamt 37 Mann”.


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